Wesen und Erziehung

Um sich das Wesen und damit auch die Überlegung, wie  Österreichische Pinscher erzogen werden müssen, verständlich zu machen, muss man auf seinen ursprünglichen Verwendungszweck zurückblicken. Als Hofhund erwartete man von ihm, dass er Eindringlinge lautstark meldete, Haus und Hof frei von Nagern hielt, beim Treiben von Vieh mithalf und selbstverständlich auch ohne Zaun beim Hof blieb. Fremden gegenüber ist er zunächst misstrauisch - hat er jemanden aber einmal ins Herz geschlossen, ist er ausgesprochen treu und erkennt seine „Freunde“ auch nach langer Abwesenheit wieder. Österreichische Pinscher sind oftmals sehr verschmust und sind ihrer Familie sehr verbunden. Das war ja auch nötig, er sollte sich ja nicht weit vom Hof entfernen und vor allem nicht wildern gehen. Demgemäß ist die Jagdleidenschaft (ausgenommen kleine Nager) des ÖPis, wie er liebevoll genannt wird, schwach ausgebildet.

Umso stärker ausgeprägt ist dagegen sein Wille und seine Intelligenz. Beim Treiben von Vieh wurde von ihm mehr oder weniger selbständiges Arbeiten verlangt, woraus auch eine gewisse Eigenständigkeit resultiert.  Aufgrund seiner Intelligenz und seinem Willen zu gefallen gelingt aber mit der nötigen Konsequenz die Erziehung zu einem treuen Begleiter problemlos. Er ist wesensfest, lebhaft, spielfreudig, anhänglich und lernwillig. In der heutigen Zeit eignet sich der Österreichische Pinscher daher hervorragend als Begleiter für Läufer und Wanderer. Er macht begeistert Hundesport wie Agility, Breitensport oder Unterordnung und das Erlernen von Kunststücken ist für Hund und Mensch gleichermaßen befriedigend. Er ist kein Hund für Stubenhocker aber auch keiner, der nur draußen gehalten werden sollte. Österreichische Pinscher wollen geistig gefordert werden und nah an seinen Menschen sein.